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Bericht zum Geschäftsjahr 2021

75 Jahre Einforstungsverband

Im Jahr 2021 jährte sich die Gründung des Einforstungsverbandes zum 75. Mal. Bereits 1920 entstanden vom Salzkammergut ausgehend, zunächst auf Ortsebene, erste Zusammenschlüsse von Eingeforsteten, welche sich 1924 überörtlich zum „Alpenländischen Verband der Servitutsberechtigten“ kurz ALVESER mit Sitz in Bad Goisern vereinigten. 1946 wurden die Ortsorganisationen des ALVESER gerichtsbezirksweise und in Form von sieben Servitutsgenossenschaften neu begründet. Am 26.10.1946 wurde schließlich der „Verband der Servitutsgenossenschaften“ im Rathaus in Gmunden ins Leben gerufen und 1959 in „Verband der Einforstungsgenossenschaften“ umbenannt, um den bedeutenden Unterschied zwischen den öffentlich-rechtlichen Einforstungsrechten und den zivilrechtlichen Servituten Ausdruck zu verleihen. Heute sind 27 Mitgliedskörperschaften aus den Bundesländern Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol unter dem Dach des Einforstungsverbandes zusammengefasst, welche rund 11.000 Eingeforstete zu ihren Mitgliedern zählen.

Neuwahlen

Da die 5-jährige Funktionsperiode 2021 endete, war im Zuge der 75. Generalversammlung, welche am 2.10.2021 am Waldcampus Österreich in Traunkirchen stattfand, der Vorstand und Aufsichtsrat neu zu wählen. Friedrich Spitzer kandidierte erneut als Verbandsobmann und wurde mit einstimmigem Beschluss wiedergewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde DI Dr. Nikolaus Lienbacher MBA, Direktor der Landwirtschaftskammer Salzburg, ernannt. Lienbacher tritt in die Fußstapfen von ÖR Josef Eisl, der in der Zeit seines Wirkens unter anderem maßgeblich zur Schaffung einer tragfähigen Verbandsfinanzierung beitrug. Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde erneut Ing. Franz Höller sowie zu seinem Stellvertreter ÖR Ing. Sepp Schwarzenbacher bestellt. Auch bei den übrigen Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern gab es zahlreiche Änderungen.

Ablösung in Grund und Boden

Im Zuge der Bauernbefreiung im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Einforstungsrechte in Grund und Boden abgelöst bzw. damit belastete Flächen in das Eigentum der Bauern übertragen. Viele Einforstungsrechte blieben jedoch bestehen und wurden der Regulierung unterzogen. Obwohl die Ablösung in Grund und Boden jene Ablöseform ist, welche dem geschichtlichen Ursprung sowie dem Charakter dieser Nutzungsrechte am ehesten entspricht, wird sie heute nur in marginalem Ausmaß vollzogen. Hingegen gelangt die Ablösung in Geld laufend zur Anwendung. Aus landeskultureller Sicht und insbesondere im Sinne der Erhaltung kleinbäuerlicher Betriebe wäre der Ablöse in Grund der Vorzug zu geben. Der Einforstungsverband hat sich im Jahr 2021 intensiv mit den möglichen Ursachen für die kaum praktizierte Ablöse in Grund auseinandergesetzt und eine umfangreiche Arbeit zu diesem Thema verfasst, welche im Jahrbuch des Agrarrechtes 2021 veröffentlicht wurde. Auf Basis dieser Arbeit sollen in weiterer Folge Maßnahmen erarbeitet werden, welche der Ablöse in Grund in der Praxis zu mehr Relevanz verhelfen sollen.  

Mitgliederberatung- und Vertretung

Im Jahr 2021 wurden die 11.000 Mitglieder der 27 Einforstungskörperschaften in rund 250 Fällen beraten. Die Beratungsleistungen nahmen daher im vergleich zum Vorjahr (243 Beratungen) erneut leicht zu, wobei der überwiegende Teil der Beratungen auf den Bereich der Holzbezugs- und Weiderechte entfiel. Aufgrund eines schweren Hagelereignisses in Oberösterreich war zudem ein deutlicher Anstieg bei den Elementarholzberatungen zu verzeichnen. Auch wurden die Mitglieder in 14 Fällen bei gerichtlichen und behördlichen Verhandlungen vertreten.

Mag. Florian Past

Geschäftsführer des Einforstungsverbandes


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