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Der diesjährige Einforstungstag der Land&Forst-Betriebe Österreich fand zum Thema „Einforstungsrechte im Hinblick auf Schadereignisse“ am 8.9.2026 im Schloss Murau statt.

Roman Burgstaller, der Einforstungsexperte der ÖBf-AG beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem Thema Schadenersatzpflicht und gab dabei anhand konkreter Beispiele Einblicke in die Praxis. Dabei spannte er den Bogen von Wildschäden über Kalamitätsschäden bis hin zu Haftungsfragen bei Unfällen auf Forststraßen.

Gerade im Zusammenhang mit den immer häufiger auftretenden Schadereignissen wie Windwurf, Schneedruck, aber auch flächenhaften Wildschäden stellte Burgstaller die Sicherungspflicht der Einforstungsrechte in den Mittelpunkt. Einforstungsrechte beruhen auf dem Grundsatz, dass der Bedarf der berechtigten Liegenschaft gedeckt werden muss. Wird die Produktionskraft der belasteten Fläche etwa durch derartige Schadereignisse beeinträchtigt, stellt sich die Frage, inwieweit der Verpflichtete Maßnahmen setzen muss, um die künftige Bedeckung sicherzustellen. Die Diskussion entfachte sich auch zum Thema Klimawandel und wieweit dieser durch eine Änderung der Baumartenzusammensetzung eine nachhaltige Bewirtschaftung und Erhaltung der Einforstungswälder gewährleistet.

Der Umgang mit Windwurfereignissen und der Schadholzaufarbeitung standen im Mittelpunkt der Vorträge von Hubert Tarbauer von der ÖBf-AG und von Christian Bogensperger, dem Leiter des Forstbetriebes Murau der Fürstlich Schwarzenbergschen Familienstiftung. Bogensperger berichtete, dass es im Forstbetrieb Murau bei einer Wirtschaftswaldfläche von rd. 14.200 Hektar 175 Einforstungsberechtigte gibt, welchen ein Bezug von 3.540 fm Brennholz, 786 fm Bau-, Zeug- und Zaunholz sowie Heimweiderechte für 2.100 Rinder, 2.800 Schafe und 4 Pferde zustehen. Der bisher größte Windwurf aus dem Jahr 2002 mit einer Schadholzmenge von fast 500.000 Festmeter erforderte nicht nur eine rasche Aufarbeitung, sondern auch ein gutes Miteinander mit den Einforstungsberechtigten. Dabei ging es vor allem um die Fragen, ob genügend Bedeckung gegeben ist, ob Vorausbezüge möglich sind und wann bzw. wie die Weiderechte wieder ausgeübt werden können. Im Zuge dieses Schadereignisses wurden zahlreiche Weiderechte in Holzbezugsrechte umgewandelt und eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden.

Hubert Tarbauer berichtete, dass der Schadholzanteil im Forstbetrieb Pongau in den letzten 14 Jahren mittlerweile bei 70% zu liegen kommt. Rund 25% des Hiebsatzes von 140.000 Festmeter werden jährlich an die ca. 2500 Berechtigten abgegeben. Im Kontext der Schadholzaufarbeitung stellte Tarbauer den Einsatz digitaler Instrumente und von Drohnen zur Feststellung des Schadausmaßes vor. Gerade in schwer zugänglichen Bereichen kann man sich hier in kurzer Zeit einen Überblick über das Ausmaß einer Katastrophe verschaffen. Mithilfe des Einsatzes künstlicher Intelligenz lässt sich die Schadholzmenge feststellen und die Aufarbeitung gezielter planen. Vorgestellt wurde auch ein digitaler Zwilling eines Waldbestandes, mit Hilfe dessen die künftige Entwicklung simuliert werden kann und damit eine bessere Einschätzung von Nutzungspotenzialen gegeben ist. Digitale Werkzeuge können somit die Katastrophenbewältigung schneller, nachvollziehbarer und präziser machen, dennoch bleibt die Bewältigung von Katastrophen primär eine menschliche Aufgabe und Entscheidungsarbeit, resümierte Tarbauer.

Bild:

Im Bild der neue Generalsekretär der Land&Forst-Betriebe Österreich, Paul Ehgartner, Obmann-Stellvertreter Nikolaus Lienbacher vom Österreichischen Einforstungsverband und Roman Burgstaller von der ÖBf-AG.

Drei Männer vor Banner von Land & Forst Betriebe Österreich, darüber Geweihe an der Wand


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