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Aktuelles

vom Einforstungsverband

75 Jahre Einforstungsverband

22.11.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

75 Jahre EINFORSTUNGSVERBAND

 

 

Am 26.10.2021 jährt sich die Gründung des Verbandes der Einforstungsgenossenschaften zum nunmehr 75. mal. Dies darf zum Anlass genommen werden, um über den Einforstungsverband einige Worte zu verlieren.

 

Einforstungsrechte sind Wald- und Weidenutzungsrechte auf Fremdgrund, die ihre Wurzeln im 6. Jahrhundert haben und sich aus dem Gemeinschaftseigentum der damaligen Siedler an der Allmende entwickelt haben. Im Zuge der Grundentlastung im 19. Jahrhundert wurden jene Nutzungsrechte, welche nicht in Geld oder Grund abgelöst wurden, auf der Grundlage des Kaiserlichen Patentes vom 5.7.1853 der Regulierung unterzogen und zu Gunsten meist bäuerlicher Liegenschaften urkundlich verbrieft. Obschon diese Nutzungsrechte aus längst vergangener Zeit stammen, sind sie als historisch gewachsener Ersatz für eigentümlichen Grund und Boden auch heute noch für viele kleinbäuerliche Liegenschaften ein existenzbegründender Produktionsfaktor.

 

 

 

Heute sind rund 7% der Österreichischen Landesfläche (ca. 590.000 ha) mit rund 20.000 Holz- sowie ca. 30.000 Weiderechte behaftet. Die Gesamtbelastung verteilt sich mit 79% auf die Republik Österreich (Österreichischen Bundesforste), 11% auf privaten Grundbesitz, 7% auf Gemeindewaldungen sowie 3% auf kirchlichen Grundbesitz.

 

Wirtschaften zwei Personen mit divergierenden Interessen auf derselben Grundfläche, so liegen Nutzungskonflikte in der Natur der Sache. Bei den Eingeforsteten bestand daher das Bedürfnis ihre Interessen zu bündeln, um so ihre Ansprüche gegenüber den verpflichteten Grundeigentümern besser durchsetzen zu können. Im Jahr 1920 kam es vom Salzkammergut ausgehend, zunächst auf Ortsebene, zu ersten Zusammenschlüssen. 1924 schlossen sich diese örtlichen Vereinigungen zum „Alpenländischen Verband der Servitutsberechtigten“ kurz ALVESER, mit Sitz in Bad Goisern zusammen. 1946 wurden die Ortsorganisationen des ALVESER gerichtsbezirksweise und in Form von sieben Servitutsgenossenschaften neu begründet. Am 26. Oktober 1946 wurde schließlich der „Verband der Servitutsgenossenschaften“ als Dachorganisation im Rathaus in Gmunden ins Leben gerufen. 1959 kam es zur Umbenennung des Verbandes der Servitutsgenossenschaften in „Verband der Einforstungsgenossenschaften“, wodurch der bedeutende Unterschied der Einforstungsrechte zu den zivilrechtlichen Dienstbarkeiten (Servitute) zum Ausdruck gebracht werden soll.

 

Gründungsfunktionäre von links:

Christian KAIN, Josef MITTENDORFER, Johann PUCHER

 

Quelle: Einforstungsverband

 

 

Heute zählt der Einforstungsverband 22 Einforstungsgenossenschaften sowie 5 weitere Mitgliedskörperschaften in den Bundesländern Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol zu seinen Mitgliedern. Die Mitgliedsorganisationen zählen rund 11.000 einforstungsberechtigte Mitglieder.

Der WALDCAMPUS Österreich - Sitz des Einforstungsverbandes seit Oktober 2018

Quelle: Bundesforschungszentrum für Wald

 

Im Jahr 2018 verlegt der Einforstungsverband seinen Sitz von Gmunden an den WALDCAMPUS Österreich nach Traunkirchen. Dieser für den Einforstungsverband strategisch sehr günstige Standort wird den Grundstein für eine weiterhin

erfolgreiche Verbandstätigkeit legen.

 

 

Heute sehen sich die Einforstungsrechte einer Vielzahl komplexer Herausforderungen gegenüber. Zum Interessenskonflikt mit den verpflichteten Grundeigentümern gesellt sich ein immer umfassenderer Naturschutz. Zudem nimmt der Druck durch die Freizeitgesellschaft auf einforstungsbelastete Flächen zu. Auch die jüngst erfolgte Verschiebung der Bodenreform in den Artikel 15 Abs 1 B-VG wird für Berechtigte und Verpflichtete gleichermaßen Herausforderungen mit sich bringen. Mit dem am 02.10.2021 neugewählten Vorstand und Aufsichtsrat ist der Einforstungsverband für die kommenden 5 Jahre gut gewappnet, um den Herausforderungen angemessen begegnen zu können.

 

 

Der am 02.10.2021 neu gewählte Vorstand des Einforstungsverbandes

von links nach rechts: 

 

Herbert Kininger,

DI (FH) Josef Gsenger,

Franz Köberl, Friedrich Spitzer (Obmann),

DI Dr. Nikolaus Lienbacher MBA (erster Obmannstellvertreter),

Leopold Moser,

Ing. Konrad Ehrenstrasser MA. (zweiter Obmannstellvertreter)

                                                                                       

Quelle: Fotopress Sommer

 

 

 

 

Mag. Florian Past

Geschäftsführer des Verbandes der Einforstungsgenossenschaften eGen

 


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