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76. Generalversammlung des Einforstungsverbandes – Bericht

Am Sonntag den 24.4.2022 hielt der Einforstungsverband seine nunmehr 76. Generalversammlung, diesjährig im Kultur- und Kongresshaus im salzburgischen St. Johann im Pongau, ab. Der Einforstungsverband vertritt die Interessen von 27 Einforstungskörperschaften und deren rund 11.000 Mitglieder. Mit rund 8.000 einforstungsberechtigten Liegenschaften sind die meisten Einforstungsrechte im Bundesland Salzburg zu finden. Bei den Einforstungsrechten handelt es sich um Wald- und Weidenutzungsrechte auf Fremdgrund. Als Ersatz für Grund und Boden stellen diese auf immerwährende Zeit zuerkannten öffentlich-rechtlichen Nutzungsrechte, welche nicht zu verwechseln sind mit den zivilrechtlichen Servituten, für viele bäuerliche Familien im österreichischen Bergland einen unentbehrlichen Produktionsfaktor sowie Einkommensquelle dar. Vor rund 230 Versammlungsteilnehmern präsentierte Verbandsobmann Friedrich Spitzer seinen Bericht zum Geschäftsjahr 2021. Trotz Pandemie war die Nachfrage nach den Leistungen des Einforstungsverbandes ungebrochen hoch. So wurden die Mitglieder in 250 Fällen beraten und in zahlreichen Verwaltungsverfahren vertreten. Neben der zeitgemäßen Ausgestaltung der Einforstungsrechte war erneut deren Sicherung insbesondere vor den Auswirkungen des immer umfassender werdenden Naturschutzes sowie der zunehmenden Beanspruchung der belasteten Flächen zur Freizeitnutzung ein großes Thema. Zudem wurden Gespräche mit den Österreichischen Bundesforsten hinsichtlich der Setzung von Maßnahmen zur Erhaltung wertvoller Weiderechtsflächen aufgenommen. Kritische Worte fand Spitzer zur EU-Forststrategie bzw. der geplanten Außernutzungstellung von Wäldern, welche auch vor einforstungsbelasteten Flächen keinen Halt machen würden. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Fachvortrag von DI Mag. Dr. Nikolaus Lienbacher, Direktor der Landwirtschaftskammer Salzburg, zum Thema „Besucherrechte in der Natur“. In seinem Vortrag thematisierte Lienbacher die zunehmende Beanspruchung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen zu Freizeitzwecken und die daraus erwachsenden Nutzungskonflikte und präsentierte Lösungsansätze für ein konfliktfreies Miteinander. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Ansprachen der Ehrengäste. Rupert Quehenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, betonte den hohen Stellenwert der Einforstungsrechte für den ländlichen Raum sowie als Kulturgut. DI Dr. Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste AG, ließ die Zusammenarbeit mit dem Einforstungsverband während seiner Tätigkeit als Vorstand Revue passieren und hob das gute Gesprächsklima hervor.

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